Strafe Buddhas?
Es ist schon seltsam: Vor einem halben Jahr fanden in Burma Demonstrationen der verzweifelten Bürgerinnen und Bürger des geschundenen Landes statt, bei denen die Militärjunta erstmals auf protestierende Möche schießen ließ.
In wenigen Tagen hätte der sogenannte Demokratierungsprozess Burmas einen Höhepunkt finden sollen: die Junta wollte das Volk über einen lange erwarteten Verfassungsentwurf abstimmen lassen, dessen demokratische Qualität allerdings eher zweifelhaft ist. Immerhin sollte ein Viertel der Abgeordnetensitze für Militärs reserviert und die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi unter einem billigen Vorwand von der Teilnahme an demokratischen Wahlen ausgeschlossen werden.
Doch es kam anders: der Zyklon "Nargis" traf Burma mit voller Wucht, tötete -zigtausende Menschen und verwüstete das halbe Land. Das Verfassungsreferendum musste verschoben werden. Die burmesische Exilzeitung "The Irrawaddy" schreibt dazu in einem Artikel mit dem Titel "Divine Intervention?":
"Traditionally, Buddhist Burmese consider that if the country is ruled by a bad king, it is doomed to face natural disasters - floods, storms and fire. It's a sign that the tyrant or inept ruler needs to be removed."
Na, wenn das kein Beweis ist?
Als Buddhist fragt man sich allerdings, wofür das eigentlich ein Beweis sein soll. Die Bevölkerung Burmas mag das Karma haben, dort zu leben, allerdings entspricht es definitiv nicht der buddhistischen Lehre, daß die Bewohner eines Landes die Folgen der negativen Handlungen ihrer Führung auch noch karmisch ausbaden muss - es reicht schon, wenn sie die unmittelbaren politischen Folgen ihrer unfähigen Regierung zu tragen hat.
Außerdem ist Buddha ja kein strafender oder richtender Gott. Buddha ist überhaupt kein Gott, lediglich ein erleuchtetes Wesen, welches uns Mittel und Wege zeigt, selbst Erleuchtung zu erlangen; Und Karma (im buddhistischen Sinn) ist das Gesetz von Ursache und Wirkung und funktioniert quasi naturgesetzlich, jedenfalls ohne Intervention eines höheren Wesens. Diese Variante scheidet also auch aus.
Die Geschichte hat ohnehin noch einen anderen seltsamen Beigeschmack: Naypyidaw, die allseits unbeliebte neue Hauptstadt Burmas (ein Prestigeprojekt der Militärs) blieb von dem Unwetter verschont. Zumindest die Astrologen scheinen sich also nicht getäuscht zu haben:
"In 2005, many ordinary Burmese believed Than Shwe relocated the capital from Rangoon to Naypyidaw in central Burma due to advice from his astrologer. Millions of dollars were spent to build the new capital from scratch. Rumor has it that Than Shwe's trustworthy astrologer reportedly told him that the former capital Rangoon would face a natural disaster and social unrest and he was strongly advised to move to a new location."
In wenigen Tagen hätte der sogenannte Demokratierungsprozess Burmas einen Höhepunkt finden sollen: die Junta wollte das Volk über einen lange erwarteten Verfassungsentwurf abstimmen lassen, dessen demokratische Qualität allerdings eher zweifelhaft ist. Immerhin sollte ein Viertel der Abgeordnetensitze für Militärs reserviert und die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi unter einem billigen Vorwand von der Teilnahme an demokratischen Wahlen ausgeschlossen werden.
Doch es kam anders: der Zyklon "Nargis" traf Burma mit voller Wucht, tötete -zigtausende Menschen und verwüstete das halbe Land. Das Verfassungsreferendum musste verschoben werden. Die burmesische Exilzeitung "The Irrawaddy" schreibt dazu in einem Artikel mit dem Titel "Divine Intervention?":
"Traditionally, Buddhist Burmese consider that if the country is ruled by a bad king, it is doomed to face natural disasters - floods, storms and fire. It's a sign that the tyrant or inept ruler needs to be removed."
Na, wenn das kein Beweis ist?
Als Buddhist fragt man sich allerdings, wofür das eigentlich ein Beweis sein soll. Die Bevölkerung Burmas mag das Karma haben, dort zu leben, allerdings entspricht es definitiv nicht der buddhistischen Lehre, daß die Bewohner eines Landes die Folgen der negativen Handlungen ihrer Führung auch noch karmisch ausbaden muss - es reicht schon, wenn sie die unmittelbaren politischen Folgen ihrer unfähigen Regierung zu tragen hat.
Außerdem ist Buddha ja kein strafender oder richtender Gott. Buddha ist überhaupt kein Gott, lediglich ein erleuchtetes Wesen, welches uns Mittel und Wege zeigt, selbst Erleuchtung zu erlangen; Und Karma (im buddhistischen Sinn) ist das Gesetz von Ursache und Wirkung und funktioniert quasi naturgesetzlich, jedenfalls ohne Intervention eines höheren Wesens. Diese Variante scheidet also auch aus.
Die Geschichte hat ohnehin noch einen anderen seltsamen Beigeschmack: Naypyidaw, die allseits unbeliebte neue Hauptstadt Burmas (ein Prestigeprojekt der Militärs) blieb von dem Unwetter verschont. Zumindest die Astrologen scheinen sich also nicht getäuscht zu haben:
"In 2005, many ordinary Burmese believed Than Shwe relocated the capital from Rangoon to Naypyidaw in central Burma due to advice from his astrologer. Millions of dollars were spent to build the new capital from scratch. Rumor has it that Than Shwe's trustworthy astrologer reportedly told him that the former capital Rangoon would face a natural disaster and social unrest and he was strongly advised to move to a new location."
Labels: Burma, Karma, Nargis, The Irrawaddy, Zyklon
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