Positionen

 

Als Buddhisten und Buddhistinnen vertreten wir die Ansicht, dass Weisheit und Mitgefühl immer im Gleichgewicht sein sollen. Auch und vor allem für politisch denkende und handelnde Menschen wird es daher ein erstrebenswertes Ziel sein, Weisheit und Mitgefühl in sich zu vereinen.

I.
Wir halten es für sinnvoll, nicht nur an der persönlichen Entwicklung zu arbeiten, sondern gleichzeitig gesellschaftliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die allen ein Leben in Würde sichern. Daher ist es im buddhistischen Kontext ein erstrebenswertes Ziel, Lebensumstände zu erreichen, welche die Entwicklung von Spiritualität ermöglichen. Der engagierte Buddhismus schöpft aus dem Mitgefühl mit allen leidenden Wesen. Die Sozialdemokratie setzt sich für sozial gerechte Lebensbedingungen ein.

II.
Wir halten es auch für sinnvoll, nicht nur politisch zu arbeiten um gesellschaftliche Wirkung zu erzielen, sondern sich zusätzlich um persönliche Weiterentwicklung zu bemühen. Wir Buddhisten und Buddhistinnen glauben, dass gerade der Übungsweg der Meditation und der spirituellen Erkenntnis dazu geeignet ist, Leid zu überwinden und Einsicht in Ursache und Wirkung zu erlangen. Nach buddhistischer Ansicht kann man anderen umso effizienter helfen, je weiter man selbst auf dem spirituellen Weg fortgeschritten ist.

III.
Wir fühlen uns daher sowohl als Buddhisten und Buddhistinnen als auch als politisch denkende Menschen verpflichtet, uns für eine bessere Welt einzusetzen und engagieren uns deshalb auf der Grundlage unserer Werte in der österreichischen Sozialdemokratie. Wir wollen gemeinsam die Gesellschaft in Richtung Befreiung und soziale Gerechtigkeit weiter entwickeln.

Die Arbeitsgruppe „Red Buddha“ beschäftigt sich unter anderem mit den gemeinsamen Grundlagen von Sozialdemokratie und Buddhismus und will daraus resultierend auch entsprechende Aktivitäten setzen.

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe „Red Buddha“ stehen zu den Idealen der Aufklärung und der strikten Trennung von Kirche und Staat und lehnen jede Vereinnahmung von Religion als politischem Machtinstrument ab.

Eine Mitgliedschaft in der Österreichischen Buddhistischen Religionsgesellschaft (ÖBR) oder in der SPÖ ist keine Voraussetzung zur Mitarbeit in unserer Arbeitsgruppe. „Red Buddha“ ist offen für Buddhisten und Buddhistinnen aller Traditionen – und solche, die es werden wollen.

Wie arbeiten wir?
Unsere Gruppe trifft sich in unregelmäßigen Abständen. Wir diskutieren, reflektieren. Wir besprechen und referieren Bücher, und versuchen gemeinsam einen Weg zu finden, buddhistische Philosophie in die Sozialdemokratie einfließen zu lassen. Auch werden interessante ReferentInnen eingeladen, um Vorträge über aktuelle Themen zu halten. Wir sind offen für jeden Beitrag, für jede Idee und freuen uns, kreative, intuitive und motivierte Menschen kennenzulernen.

Dieses Papier versteht sich als „permanent work in progress“. Veränderungsvorschläge sind jederzeit willkommen.